Notrufabfrage in der Leitstelle Tirol

Für eine rasche Entsendung der Einsatzorganisationen ist es wichtig, schnell und präzise zu erfassen WO, WEM, WAS passiert ist. Aus diesem Grund verwendet die Leitstelle Tirol ein international anerkanntes und erprobtes Abfrageprotokoll. Dieser Fragenkatalog ermöglicht eine standardisierte Notrufabfrage in gleichbleibender hoher Qualität.

Bei jeder Notrufabfrage wird nach diesem Fragenkatalog verfahren. Die erste Frage unserer Mitarbeiter an den Anrufer ist immer: „Wo genau ist der Einsatzort?“. Ziel ist es schnell eine Lokalisierung des Notfalls zu erhalten, um die zuständigen Einsatzkräfte zuordnen zu können. Die Fragen nach Rückrufnummer, Name und Situationsbeschreibung folgen. Anschließend, abhängig von der geschilderten Situation, werden weiterführende Fragen (im medizinischen Bereich nach Symptomen, im Feuerwehrbereich z.B. nach möglichen Gefahrenquellen) gestellt. Anhand der Antworten entsteht ein Einsatzcode, auf dessen Basis die Alarmierung stattfindet. Die Alarmierung und Disposition der Einsatzkräfte durch unser Dispositionsteam beginnt bereits während Ihres Telefonats mit einem unserer Calltaker aus dem Notrufcenter. Bei Bedarf betreut der Calltaker den Hilfesuchenden bis zum Eintreffen der Rettungskräfte und gibt Hinweise, wie man z.B. die Atmung eines bewusstlosen Patienten richtig überwacht oder eine korrekte Blutstillung vornimmt.

Die Abfrage der Protokolle erfolgt computergestützt mit Hilfe eines Softwaretools. Dieses ist direkt an das Einsatzleitsystem (ELS) angebunden. Das ELS bildet den gesamten Prozess der Notrufannahme und Disposition ab und ermöglicht so das gleichzeitige Bearbeiten eines Notfalls durch Notrufcenter und Dispositionsteam.

Die Ergebnisse der Notrufabfrage werden durch das Einsatzleitsystem an alle Mitarbeiter der Leitstelle Tirol verteilt und an die Einsatzkräfte weitergegeben. Melden mehrere Personen den gleichen Notfall, können alle involvierten Mitarbeiter der Leitstelle Tirol sämtliche Informationen einsehen. So gehen keine Informationen verloren und es kommt zu keinen Mehrfachalarmierungen.

Nachstehende Grafik zeigt den parallelen Ablauf der Notrufannahme sowie der Alarmierung und Disposition der Einsatzkräfte:

Protokoll für die Notrufabfrage:

Für die Notrufabfrage verwendet die Leitstelle Tirol international erprobte Protokolle. Diese Protokolle sind wissenschaftlich fundiert und Jahre lang erprobt. Sie werden laufend überprüft und aufgrund der neuesten Erkenntnisse aus Wissenschaft, Forschung und Praxis weiterentwickelt, um so die höchstmögliche Qualität in der Notrufabfrage zu gewährleisten.

Jede Leitstelle, so auch die Leitstelle Tirol, ist angehalten, Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse mit den Protokollen einzubringen, um so die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung zu ermöglichen.